Ratschläge eines Sterbenden für seine Begleiter

 

 

 

  • Lass mich in den letzten Stunden meines Lebens nicht allein.
  • Bleibe bei mir, wenn mich Zorn, Angst, Traurigkeit und Verzweiflung   heimsuchen  und hilf mir, zum Frieden hindurchzugelangen.
  • Denke nicht, wenn du ratlos an meinem Bett sitzt, dass ich tot bin. Ich höre alles, was du sagst, auch wenn meine Augen gebrochen scheinen. Darum sage jetzt nicht irgendetwas, sondern das Richtige.
  • Das Richtige wäre, mir etwas zu sagen, was es mir nicht schwerer, sondern leichter macht, mich zu trennen. So vieles, fast alles, ist jetzt nicht mehr wichtig.
  • Ich höre, obwohl ich schweigen muss und jetzt auch schweigen will. Halte meine Hand. Ich will es mit der Hand sagen. Wische mir den Schweiß von der Stirn. Streiche mir die Decke glatt. Wenn nur noch Zeichen sprechen können, so lass sie sprechen.
  • Dann wird auch das Wort zum Zeichen. Und ich wünsche mir, dass du beten kannst. Klage nicht an, es gibt keinen Grund. Sage Dank.
  • Du sollst von mir wissen, dass ich der Auferstehung näher bin als du selbst.
  • Lass mein Sterben dein Gewinn sein. Lebe dein Leben fortan etwas bewusster. Es wird schöner, reifer und tiefer, inniger und freudiger sein, als es zuvor war, vor meiner letzten Stunde, die meine erste ist.

 

 

                              Johann Christoph Hampe/Theologe und Kirchenliederdichter