Hermann Hensel
Hermann Hensel (16. April 1898 – 13. April 1974) war Maler.
Von 1953 bis 1974 wohnte er in Rangsdorf im ehemaligen Haus der Künstlerfamilie Kampmann im Herweghring 16. Für einige Jahre lebte er zusammen mit der Bildhauerin Lieselotte Dankworth (1917-1995), Schülerin von Bernhard Heiliger und Meisterschülerin bei Gustav Seitz und Fritz Cremer.
Hermann Hensel kam als Autodidakt zur Malerei, mit der er sich bereits seit den 1920er Jahren beschäftigt hatte. Vor allem seine Porträts, die mit und ohne Auftrag, zum Teil nach Fotos und historischen Vorlagen entstanden, fanden Beachtung und Anerkennung. Von ihm stammen u. a. die Bildnisse der Gebrüder Humboldt (Humboldt-Universität, Senatssaal), Albert Einstein (1952/1955). Er porträtierte Johannes R. Becher (1960), Marcel Marceau, Albert Schweizer (1965) und andere. Landschaften, Stillleben und Genremalerei gehören auch zu seinem künstlerischen Werk.
Hensel war von 1927 bis 1944 als Statiker bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) beschäftigt. Diese ingenieurtechnische Qualifikation hatte er sich in den 1920er Jahren als Hospitant bei Lehrveranstaltungen von Berliner Hochschulen (unter anderem bei Albert Einstein) erarbeitet. Begeistert konnte er über Einstein reden. Sein Bildungsenthusiasmus war faszinierend und ansteckend.
1945/46 beteiligte er sich an den Ausstellungen des Kunstamtes Weißensee, die den Anstoß zur Gründung der „Kunstschule des Nordens“, der späteren Kunsthochschule Berlin-Weißensee gaben. Die Gründung hat er mit voran getrieben. Anfangs wurde er als Dozent genannt. Allerdings war ihm ein kontinuierliches Engagement an der Hochschule wegen seines Tuberkuloseleidens nicht möglich.
Durch seine proletarische Herkunft, dann als Nazigegner und eher traditioneller Maler sah er seinen Platz – trotz beinahe ständiger Unzufriedenheit mit den vor sich gehenden Entwicklungen – in der DDR. Er wurde Mitglied im Verband Bildender Künstler, arbeitete in kulturpolitischen Kommissionen mit und war Kreistagsabgeordneter im Kreis Zossen. Ausgezeichnet wurde er 1961 mit dem Kunstpreis der DDR und dem Fontanepreis für das Bildnis von Albert Einstein, das sich im Besitz der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften befindet. Im ehemaligen Rangsdorfer Klubhaus leitete er einen Mal- und Zeichenzirkel. Bilder von ihm befinden sich u.a. im Kunstarchiv Beeskow.
Gerlinde Förster | Jens Semrau
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